LOKVA ROGOZNICA 2026

Zwischen Tempeln, Fjorden und ewigen Tagen Wand I / Kroatien
2026 war ich mit meiner Familie für fünf Monate unterwegs. Meine Freundin, meine dreijährige Tochter, mein damals elf Monate alter Sohn und ich. Nur Straße, Abenteuer und das Dachzelt auf unserem alten Ford Torneo.
Von der kroatischen Küste runter bis nach Athen, dann über Bulgarien und Rumänien hoch Richtung Norden bis ans Nordkap und irgendwann wieder zurück nach Hause. Wochenlang unterwegs, jeden Tag woanders.
Platz für Dosen im Auto war natürlich absolute Mangelware. Zwischen Windeln, Spielzeug, Klamotten und dem ganzen Familienchaos durfte ich genau eine Kauflandtasche voller Dosen mitnehmen. Kein Witz. Ich hatte vier Shirts dabei, eine kurze Hose und eine lange — einfach nur, damit noch ein paar Cans ins Auto gepasst haben. Prioritäten müssen gesetzt werden.
In Kroatien war Freistehen leider ziemlich nervig. Wenn du nicht irgendwo komplett versteckt im Hinterland stehen wolltest, hattest du relativ schnell das Risiko auf Stress oder saftige Strafen. Also landeten wir zwischendurch doch immer mal wieder auf Campingplätzen.
Kurz hinter Split kamen wir auf einen kleinen Platz direkt am Meer. Komplett leer zu der Zeit.

Und dann stand da dieses Sanitärhäuschen.
Alte Duschen, Toiletten, Sichtbeton, rauhe urspüngliche Oberfläche, direkt vom Meer aus zu sehen, mega spot, super geile Wand.
So I went straight to the owner and asked if I could paint it. He immediately agreed, didn’t ask any questions about the design, and suddenly I had the perfect spot lined up for the next day.

Also abends noch schnell ein Motiv rausgesucht — passend zum Sanitärblock hatte ich zufällig den Character einer jungen Frau mit Handtuch auf dem Kopf aus einem der letzten Shootings dabei.
Wenn du mit Familie reist und direkt neben deinem Schlafplatz malst, bist du halt trotzdem die ganze Zeit abrufbar. Bedeutet am Ende auch, dass meine Freundin beide Kids gleichzeitig übernehmen muss, während ich an der Wand stehe. Deshalb wollte ich unbedingt so früh wie möglich anfangen, um wenigstens vor dem Frühstück schon mal die Vorzeichnung an die Wand zu bekommen. Also klingelte der Wecker für mich am nächsten Morgen um fünf Uhr.

Der Besitzer war am Anfang noch skeptisch, schließlich hatten wir uns motivlich nicht abgestimmt und ich hab einach losgelegt, doch and er das Ergebnis am Ende ziemlich geil, ließ uns kostenlos auf dem Platz stehen und gab uns noch selbstgemachten Kastanienschnaps und andere Leckereien mit auf den Weg.


