Menschliche Jagtrophäe # Susi

STETTIN 2025

STREETVIEW ART MEETING VOL: II

Im Sommer 2024 habe ich Kreda beim Airport Battle Festival in Kolberg an der polnischen Ostsee kennengelernt. Wir standen zufällig an derselben Wand – und waren sofort auf einer Wellenlänge.

Ein Jahr später lud ich Ihn zur vierten Rumsitzenjam ein. Er hat nicht lange überlegt. Ein halbes Jahr danach saß ich selbst wieder im Auto, diesmal Richtung Stettin, zum Streetview Art Meeting Vol. II.

Freitag nach Feierabend ging es von Dresden direkt nach Stettin. Bilder ins Auto, durch den Berliner Feierabendverkehr gequält, und Ankunft gefühlt zehn Minuten vor Ausstellungsbeginn. Kaum angekommen, schnell in die Freedom Gallery, Arbeiten abgeben, weiter ins Hotel, duschen, umziehen – und zurück zur Ausstellung. Viel Puffer war da nicht.

Der Abend ließ den Stress schnell vergessen. Meine Arbeiten in einer Ausstellung zu sehen, ist für mich immer etwas Besonderes. Spannend ist dabei vor allem, dass man als Graffitikünstler sonst meist nur die Perspektive kennt, in der die Leute einem beim Malen zusehen. Selten erlebt man den Moment, in dem man nicht selbst am Bild arbeitet, sondern die Reaktionen auf das fertige Werk beobachtet.

Am nächsten Morgen ging es aufs Gerüst. Ein Brückenpfeiler, zehn Meter hoch, drei Meter breit, zwei Tage Zeit. Das Motiv: Susi als menschliche Jagdtrophäe.

Die Fläche war größer, als ich sie bisher allein in so kurzer Zeit bespielt hatte. Also volle Konzentration, kaum Pausen, zwei Tage durchziehen. Es wurde knapp, aber jede Minute war es wert.

Die letzten Striche entstanden Sonntagabend noch im Scheinwerferlicht. Jetzt steht Susi mit ihrem Cowboyhut oben und blickt auf die Passanten herunter.